
Schutzimpfungen beim Hund
Eine Schutzimpfung ist immer eine gewollte Infizierung mit der Krankheit und zwar in so geringem Maße, dass das Immunsystem es schafft, Antikörper gegen die Krankheit zu bilden.
Da die Reaktionen auf die bestimmten Krankheitserreger nicht gleich sind, erklärt sich auch so, dass es für jede Schutzimpfung unterschiedlich Impfschemata gibt.
Wichtig:
Achten Sie darauf, dass ihr Hund bei der Impfung
parasitenfrei und gesund ist, damit die Impfungen ihren Hund nicht belasten. Außerdem sollten Sie die Impfintervalle einhalten, an die wir Sie freundlich mit unseren Impfkarten erinnern.

Wenn ihr Hund noch nie geimpft wurde durchläuft er zunächst die sogenannte Grundimmunisierung. Diese besteht aus zwei Teilimpfungen, die innerhalb von drei bis vier Wochen wiederholt werden. Dann erfolgen sie jährlich. Von Massenimpfungen auf Hundeplätzen raten wir ab, da diese nicht gründlich sind und mögliche Erkrankungen nicht erkannt werden. Das von uns praktizierte Impfschema und die zu der Impfung gehörende eingehende Untersuchung hat sich bewährt und bietet somit Ihrem Tier einen zuverlässigen und guten Schutz gegen die folgenden Krankheiten:
Die Parvovirose:
Diese Viruserkrankung wird über den Kot infizierter Hunde übertragen. Das heißt es würde ausreichen, wenn Ihr Hund an dem Kot eines anderen infizierten Hundes schnuppert. Innerhalb kürzester Zeit kann auf diese Weise eine große Anzahl von Hunden erkrankt. Häufig sind Jungtiere betroffen. Die Symptome dieser Krankheit sind starker blutiger Durchfall und Erbrechen.
Die Leptospirose:
Diese Erkrankung wird durch Leptospiren (Bakterien) verursacht, die meistens über Ratten- oder Mäuseurin übertragen werden. Infolge der Infektion kommt es zu starken Nieren- und Leberschäden, die meistens chronische Spätfolgen haben. Leptospiren können auch für uns Menschen gefährlich werden.hs
Die Hepatitis contagiosa canis (H.c.c., ansteckende Leberentzündung):
Wie der Name schon sagt, ist diese Erkrankung hoch ansteckend und auch „geheilte“ Hunde können oft noch monatelang nach der Genesung das Virus mit dem Harn ausscheiden und andere Hunde anstecken. Die Symptome sind Gelbfärbung, Blutungen durch die Leberschädigung, Fieber, Augen- und Nasenausfluss. Bei einem ungeimpften Hund kann diese Krankheit sehr schnell zum Tod führen.
Die Staupe:

Die Staupe ist eine langwierige Erkrankung und selbst im Erfolgsfall zieht sie oft hartnäckige Spätfolgen nach sich. Das Virus greift fast alle Organe an, besonders jedoch die Kopfschleimhäute. Typische Symptome bei infizierten Hunden sind Fieber, Augen- und Nasenausfluss, aber genauso Erbrechen und Durchfall. Bei dieser Krankheit gibt es auch durchaus Symptome, die von den klassischen abweichen: Erkrankungen der Nerven und des Gehirns und Veränderungen des Ballenhornes
Hunde, die in jungen Jahren mit der Krankheit infiziert wurden, weisen auch später noch sogenannte Schmelzdefekte
an den Zähnen auf; das „Staupe- Gebiss“.
Der Zwingerhusten:
Wie der Name schon sagt tritt bei dieser Erkrankung ein besonders starker und hartnäckiger Husten auf. Früher trat diese Krankheit oft nur in Zwingern mit einer hohen Besatzdichte auf, heute tritt sie auf, wenn viele Tiere auf verhältnismäßig engem Raum zusammengehalten werden oder zusammen spielen (In Parks).
Die Tollwut:
Die Tollwut verläuft sowohl beim Tier als auch beim Menschen immer tödlich.Sollten sie mit ihrem Hund verreisen wollen, muss er je nach Land einen ausreichenden und gegebenenfalls auch nachweisbaren (Tollwuttiterbestimmung im Blut) Schutz gegen Tollwut haben, einen Mikrochip (oder Tätowierung) und einen Europäischen Heimtierausweis, den wir Ihnen jederzeit ausstellen können. Die Tollwutimpfung ist drei Jahre gültig und muss erst dann wiederholt werden.
Die Borreliose:
Bei dieser Infektionskrankheit gehören Fieber, Mattigkeit, Gelenkentzündungen, sowie Haut- und Organentzündungen zu den typischen Symptomen. Sie wird durch Zecken übertragen. Neben der Impfung können sie ihren Hund auch durch eine regelmäßige und intensive Zeckenprophylaxe schützen. Sollte ihr Hund oft von Zecken befallen sein, oder sollten sie an einen Waldgebiet wohnen, so ist diese Impfung sehr sinnvoll. Trifft dieses beides nicht zu, kann man auf die Impfung verzichten.

Tipp: Regelmäßige Impfungen beugen tödliche Krankheiten vor!!!
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Flöhe
Flöhe sind nicht nur ein hygienisches Problem; sie sind lästige Blutsauger, die Juckreiz auslösen können, die nicht selten mit einer Entzündung der Haut einhergeht. Auch ernsthaftere Erkrankungen können durch Flöhe ausgelöst werden, z.B. Flohspeichelallergie und Bandwurmbefall.
Die Flöhe auf Ihrem Hund stellen jedoch nur einen Teil des Flohproblems dar. Der Grund: Auf jeden Floh auf Ihrem Tier entfallen etwa 100 Floheier, Flohlarven und Flohpuppen. Sie sind überall in Ihrer Umgebung verstreut. Genau dort, wo sich Ihr Haustier gerne und häufig aufhält: Im Körbchen, unter der Couch, im Bett oder im Auto und natürlich auch in der Natur.Flöhe gibt es das ganze Jahr. Sie entwickeln sich auch im Winter in unseren geheizten Wohnungen genauso schnell wie im Sommer.
Sie haben die Auswahl zwischen verschiedenen Präparaten (Spot-On-Pipetten, oder Tablette). Wir erarbeiten gern vor Ort mit Ihnen das geeignete Mittel für Sie und Ihren Hund.
Würmer
Grundsätzlich können sich alle Hunde mit Würmern anstecken; das Risiko ist jedoch unterschiedlich hoch und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Je nach Alter, Haltung und Ernährung müssen einige Hunde häufiger entwurmt werden als andere.
Hunde können sich bereits im Mutterleib anstecken und später auch über die Muttermilch. Hundewelpen sollten mit zwei Wochen das erste Mal entwurmt werden.
Einige Spul und Bandwürmer können auch auf Menschen übertragen werden. Eine Behandlung ihres Hundes schützt also auch Sie und Ihre Mitmenschen.
Wir beraten Sie gerne wie häufig Ihr Hund eine Entwurmung benötigt. Sie haben die Auswahl zwischen verschiedenen Präparaten (Spot-On-Pipette, Suspension oder Tablette). Wir erarbeiten gern vor Ort mit Ihnen das geeignete Mittel für Sie und Ihren Hund.
Zecken
Zecken sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährliche Erkrankungen auf Mensch und Hund übertragen, z.B. Borreliose und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME).
Zecken kommen überall in der Natur vor (Wald, Park, Wiesen und auch im eigenen Garten) und gelangen mit Ihrem Hund in die Wohnung. Dort kann die Zecke ihren Wirt wechseln und auf Sie übergehen.
Zecken fallen erst bei einer Temperatur unter sieben Grad in ihren Winterschlaf; fehlende Frosttage sorgen dafür, dass sie früher in Aktion treten und dass auch ihre Eier unbeschadet überleben. Somit sollte Sie auch bei mildem Winter für eine Zeckenprophylaxe sorgen.
Sie haben die Auswahl zwischen verschiedenen Auftropfpräparaten. Wir erarbeiten gern vor Ort mit Ihnen das geeignete Mittel für Sie und Ihren Hund.
Kastration der Hündin

Wir werden in der Praxis immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob die Hündin zu kastrieren ist.
Viele Fragen tauchen auf: Was genau ist eine Kastration, ab welchem Alter ist es am besten zu kastrieren, setze ich meinen Hund gesundheitlichen Risiken aus, was passiert bei einer solchen Operation genau, wie geht es der Hündin nach der Kastration, wie verändert sich die Hündin nach dem Eingriff.
In dem folgenden Textabschnitt bemühen wir uns, Ihnen eine möglichst neutrale Entscheidungshilfe zu bieten.
Bei der Kastration handelt es sich um einen operativen Eingriff in Vollnarkose. In unserer Praxis wird die Ovariohysterektomie genutzt, d. h. es werden die Eierstöcke inklusive der gesamten Gebärmutter entfernt.
Die Unterdrückung der Sexualfunktion bei der Hündin durch Kastration ist eine weit verwendete Methode. Nicht nur die Kastration an sich, sondern auch der Zeitpunkt des Eingriffes beeinflusst das Risiko von gewissen Erkrankungen, wie Brustkrebs, Gebärmutterentzündung oder Inkontinenz wesentlich.
Die erste Läufigkeit tritt bei der Hündin etwa im Alter von sieben Monaten ein, wenn sie ihr Erwachsenen-Körpergewicht erreicht. Kleine Hündinnen werden jünger geschlechtsreif als große Artgenossinnen, da sie ihre Wachstumsphase früher abschließen. Der Eintritt in die Geschlechtsreife kann je nach Größe des Hundes vom vierten bis zum zwölften Lebensmonat variieren.

Während der frühen Phase der Läufigkeit schwillt das Geschlechtsteil der Hündin an und sondert einen blutigen Scheidenausfluss ab. Nach ein bis zwei Wochen, in der späten Phase der Läufigkeit, wird die Hündin attraktiv für Rüden. Sie scheidet nun blutig-wässrigen Ausfluss aus und ist deckbereit. Hundebesitzer müssen in dieser Zeit besonders auf Ihren Liebling Acht geben, damit keine ungewollte Deckung stattfindet.
Wenn keine Zucht erfolgen soll, ist die Kastration das Mittel der Wahl. Die Kastration erleichtert die Haltung und verhindert unerwünschte Trächtigkeiten. Sie weist zusätzlich gewisse Vor- und Nachteile in Bezug auf mögliche Krankheiten auf. Eine Kastration kann auch therapeutisch eingesetzt werden. Dies ist der Fall bei Erkrankungen der Geschlechtsorgane. Eitrige Entzündungen und Tumore der Gebärmutter, sowie eine ausgeprägte Scheinträchtigkeit können durch eine Entfernung der Gebärmutter geheilt werden.
Die genauen Vor- und Nachteile der Kastration, ebenso wie noch offene Fragen können wir Ihnen gerne in einem persönlichen Termin näher bringen.
Denn nur Sie können sich nach sorgfältiger Aufklärung für oder gegen einen Eingriff an Ihrer Hündin entscheiden.